Preistricks der Online-Anbieter lassen Kunden verschieden viel zahlen

Hannes Rehbein

Die Stabilität und die Gleichheit von Preisen sind für den Endkunden von Bedeutung, um Gerechtigkeit zu gewährleisten. Doch das Phänomen der dynamischen Preise begegnet dem Verbraucher inzwischen tagtäglich. Wird dadurch ein für den Kunden nicht mehr fairer Markt geschaffen? 

Das bekannteste Beispiel für dynamische Preise ist das mehrmals tägliche Schwanken der Benzinpreise an Tankstellen. Aber auch durch Vergünstigungen wie Happy Hour, die an die Nachfrage und saisonale Besonderheiten angepassten Hotel- und Flugpreise oder den Preishandel auf Märkten sind Preise längst nicht mehr stabil. Weltweit ist es bereits sogar üblich, die Preise online ebenfalls individuell auf die Eigenschaften des Kunden abzustimmen. Nun beginnen auch deutsche Unternehmen den Preis persönlich an Endverbraucher anzupassen.

Die Anpassung von Preisen auf die momentane Marktsituation, also auf die Konkurrenz, die Nachfrage, das Angebot und externe Faktoren, ist auch in Deutschland legal. Unternehmen sind somit weder verpflichtet, Preise stabil zu halten, noch gleiche Preise, unabhängig von Zeit und Person, anzubieten. Durch dynamische Preise können Unternehmen ihr Angebot anpassen den äußerlichen Gegebenheiten und ihren somit Gewinn teilweise sogar zweistellig steigern.

Dynamische Preise sind inzwischen für Unternehmen so lukrativ, dass eine eigene Dienstleistungsindustrie für den optimalen Preis entsteht und Preismanagement sowie -software anbietet. Im Internet variieren die Preise nicht nur nach Tageszeit, Angebot und Nachfrage, sondern ebenfalls je nach Benutzer. Denn im Web ist das Surf- und Kaufverhalten eines jeden perfekt dokumentiert. Viele Unternehmen machen sich dies nun zum Nutzen, um die maximale Kaufbereitschaft individuell herauszufiltern. Nutzer eines teuren Mac-Books bekommen in mehreren Online-Shops teurere Preise angezeigt als Windows-Benutzer. Was die erfolgreichsten Onlineanbieter begannen, wird jetzt von kleineren Anbietern ebenfalls übernommen. Kunden einer Dating-Website bekamen Ihren individuellen Preis sogar erst nach der Angabe persönlicher Daten wie Beschäftigung, Einkommen, Hobbys, welche wichtig für die Vermittlung seien. Die Preisschwankungen zwischen einem mittellosen Studenten und einem erfolgreichen Geschäftsführer waren enorm. Andere Online-Anbieter analysieren per Ortung ebenfalls die Möglichkeiten eines Käufers in ein nachfliegendes Geschäft zu gehen und erhöhen den Preis so entsprechend. Oft hilft hier ausschließlich, die Ortungsdienste auszustellen und die Cookies seines Browsers zu löschen. 

Auch Elektrogeschäfte und Supermärkte folgen dem Trend der dynamischen Preise offline. Durch die Einführung von elektrischen Preisschildern werden Preise hier zwar nicht nach Kunde, aber nach Tageszeit und Wochentag, geändert. So seien Geschäftsmänner am Abend nicht darauf bedacht, beim Einkaufen zu sparen und somit auch bereit, mehr Geld für ihren Einkauf auszugeben.

Für den Verbraucher können dynamische Preise sowohl einen Vorteil als auch einen Nachteil darstellen. Persönlich angepasste Preise bedeuten eine geringere Preisdiskriminierung für weniger Wohlhabende, jedoch scheinbar ungerechte Preise für Reiche. Preise werden generell weniger transparent gestaltet. Vor allem online bedeutet es, dass eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist, um den optimalen Preis zu erlangen.

Das Team von Rehbein personal coaching steht Ihnen bei weiteren Fragen zu Marketingstrategien und Wirtschaftspsychologie gerne jederzeit zur Verfügung.


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