Das Metamodell der Sprache: Teil 4 von 4 - Tilgung

Jeder Mensch betrachtet die Welt mit anderen Augen. Ein und dieselbe Aussage kann komplett verschieden aufgefasst werden. So könnte der Zuhörer bei der Aussage „Ich arbeite!“ die Nachricht völlig falsch interpretieren. Arbeitet der Redner an sich durch Sport, oder in der Firma um seinen Beruf nachzugehen? Zusätzlich ist dem Zuhörer vielleicht gar nicht klar warum oder wie lange die Person arbeitet. Durch das Metamodell der Sprache lassen sich solche Aussagen genauer hinterfragen, um über die Tiefenstruktur des Redners ein besseres Gefühl zu bekommen (genaueres zum Thema Tiefenstruktur erfahren sie hier: http://www.hannesrehbein.de/neues/2015/8/31/das-metamodell-der-sprache-teil-1-von-4-tiefen-und-oberflchenstruktur).

Das Metamodell (Meta= höher, übergeordnet; Modell= individuelle Person) soll durch die richtige Fragestellung Aufschluss über die Denkweise und Ansichten des Redners geben. Die Fragestellungen um die Metainformationen zu erfahren, werden in drei Klassen aufgeteilt: Generalisierung, Verzerrung, Tilgung

Während es bei der Generalisierung darum geht, allgemeine Aussagen zu hinterfragen und bei der Verzerrung die beziehungsspezifischen Aussagen zu verstehen, geht es bei der Tilgung darum, Informationen aus stark eingekürzte Aussagen zu bekommen.

Bei der Tilgung werden die Bereiche in fünf Teile unterteilt. Um mit dem Metamodell der Sprache festzustellen wie der Redner denkt, ist es wichtig den fehlenden Kontext festzustellen.


Einfache Tilgung: Bei der einfachen Tilgung fehlen grundsätzliche Informationen. Die Metamodellfragen werden so gestaltet, dass der Zuhörer mehr über die Aussage in Erfahrung bringen kann.

Beispiel: „Sie kommen“

Metamodellfrage: „Wer kommt?“ „wann kommen sie?“ „warum kommen sie?“


Unspezifisches Verb: Wenn der Redner durch unspezifische Verben eine unklare Aussage macht, kann der Zuhörer versuchen fehlende Angaben zu erfragen.

Beispiel: „Ich arbeite“

Metamodellfrage: „Wo arbeitest du?“ „Warum arbeitest du?“„Mit wem arbeitest du?“


Vergleichstilgung: Hier bringt der Redner einen Vergleich hervor, ohne zu nennen womit er etwas Vergleicht. Der Zuhörer versucht anhand des Metamodells zu erfahren, an welchen Vergleich er denkt.

Beispiel: „Die Aufgabe ist viel zu einfach!“

Metamodellfrage: Im Vergleich zu was ist die Aufgabe viel zu einfach?


Fehlender Referenzindex: Es fehlt die Aussage vom Redner auf was sich sein Satz bezieht. Der Zuhörer kann dies hinterfragen.

Beispiel: „Ist das dein Ernst?!“

Metamodellfrage: „Was genau soll mein ernst sein?“ „Wieso denkst du, dass es mein ernst ist?“


Nominalisierung: In dieser Form werden Adjektive oder Verben vom Redner nominalisiert, dadurch entwickelt sich das Wort zu einer „Wortblase“, sie beinhaltet zwar eine Aussage, aber ihre Bedeutung nicht offengelegt. Um aufzuzeigen wie die Tiefenstruktur ist muss der Zuhörer auch hier das Nominalisierte Verb oder Adjektiv hinterfragen.

Beispiel: Ich bin voller Freude

Metamodellfrage: „Woran merkst du, dass du voller Freude bist?“ „Wie machst du es, dass du dich freust?“


Diese Fragestellungen helfen dabei, dass der Redner seine eigene Denkweise hinterfragt und somit sowohl seine Tiefenstruktur präsentiert und diese gegebenenfalls überdenkt. Auch im Berufsleben ist es sinnvoll dieses Wissen zu nutzen um Arbeitsaufgaben besser zu verteilen oder zu verstehen. Haben Sie Interesse sich in kommunikativen Bereichen zu schulen? Dann steht Ihnen, das Team von Rehbein personal coaching jederzeit zur Verfügung.