Das Metamodell der Sprache: Teil 2 von 4 - Generalisierung

Generalisierung

Jeder Mensch betrachtet die Welt mit anderen Augen. Ein und die selbe Sache kann komplett verschieden aufgefasst werden. Ein beliebtes Beispiel dafür ist der Streit zwischen zwei Menschen. Beide Seiten sind von Ihrer eigenen Wahrheit überzeugt und sehen das Fehlverhalten ausschließlich beim anderen. Tatsache ist, dass beide in ihren Augen die Wahrheit erzählen, denn ihre Wahrnehmung ist lediglich auf ihre eigene Sichtweise beschränkt. Das Metamodell der Sprache hilft die Sichtweise des anderen zu verstehen um damit Konflikte vermeiden zu können.

Das Metamodell (Meta= höher, übergeordnet; Modell= individuelle Person) soll durch die richtige Fragestellung Aufschluss über die Denkweise und Ansichten des Redners geben. Denn wenn der Redner beispielsweise sagt: „Ich will jetzt nicht!“, dann weiß der Redner genau was, warum, wann und wo er etwas jetzt nicht will. Dieses unausgesprochene Wissen bei dieser Aussage ist eine sogenannte Tiefenstruktur. Die Aussage selbst wird als Oberflächenstruktur definiert. Genaueres dazu wurde im letzten Blogeintrag (http://www.hannesrehbein.de/neues/2015/8/31/das-metamodell-der-sprache-teil-1-von-4-tiefen-und-oberflchenstruktur) erklärt.

Die Fragestellungen um die Metainformationen zu erfahren, werden in drei Klassen aufgeteilt: Generalisierung, Verzerrung, Tilgung

Bei der Generalisierung geht es um allgemeine Aussagen des Redners und wird in vier Teile unterteilt.


Universalquantoren: Der Redner setzt einzelne Erfahrungen als immer geltende Regel fest. Durch Gegenbeispiele können diese Aussagen hinterfragt werden.

Beispiel: „Nie isst er sein Essen komplett auf!“

Metamodellfrage: Isst er wirklich NIE sein Essen komplett auf?


Generalisierter Referenzindex: Hier werden Gruppen mit gleichen Eigenschaften wie Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht oder Beruf zusammengefasst und eine einheitliche Aussage getroffen. Wie bei der Universalquantoren helfen hier Gegenbeispiele um die Aussage zu hinterfragen

Beispiel: „Deutsche haben keinen Humor!“

Metamodellfrage: Hat wirklich kein Deutscher Humor, oder bringt dich wirklich kein Deutscher zum                   lachen?


Modaloperatoren: Hier wird etwas als notwendig betitelt ohne die Konsequenzen mit anzugeben.

Beispiel: „Ich muss heute Überstunden machen!“

Metamodellfrage: Was meinst du, würde passieren, wenn du keine Überstunden machst?


Verlorener Performativ: Bei dieser Form wird ein Urteil formuliert ohne zu erwähnen wer dieses Urteil verkündet hat. Als Gegenfrage wird versucht, festzustellen woher diese Aussage stammt.

Beispiel: „Es ist schlau zwölf Stunden am tag zu schlafen.“

Metamodellfrage: Wer sagt das?/ Wessen Meinung ist das?/ Hast du selbst die Erfahrung gemacht?


Diese Fragestellungen helfen dabei, dass der Redner seine eigene Denkweise hinterfragt und damit sowohl seine Tiefenstruktur präsentiert, als auch diese Struktur möglicher Weise ummodelliert. 

Im nächsten Blogeintrag geht das Team von Rehbein personal coaching tiefer auf das Metamodell ein und erklärt den zweiten Gestaltungsprozess, die Verzerrung.