Das Metamodell der Sprache: Teil 1 von 4 - Tiefen und Oberflächenstruktur

Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung. Die Welt, in der wir leben, bietet für jeden die selben Voraussetzungen, dennoch nimmt jeder die Welt anders wahr. Ein Mensch betrachtet das Bürozimmer als angenehm ausgeleuchtet, ein anderer empfindet dieses als zu dunkel. Ein Mensch hört den Motor eines Sportwagens und empfindet den Klang als wundervoll und ein anderer nimmt ihn als störend wahr. Die Gegebenheiten sind die selben, doch die individuelle Wahrnehmung ist vom Leben und der Grundeinstellung geprägt. Leider führt dies bei der Kommunikation immer wieder zu Problemen. Das Metamodell der Sprache (Meta= höher, übergeordnet; Modell= individuelle Person) wurde dazu konzipiert, um die wirkliche Wahrnehmung des Sprechers zu erfahren und zu erweitern.

Bei einer Unterhaltung ist das gesprochene Wort eine verkürzte Darstellung des inneren Erlebens. Der vollständige Kontext, mit den erlebnisorientierten Metainformationen, der gefühlt vom Redner übermittelt wird, wird als Tiefenstruktur bezeichnet. Durch interne Gestaltungsprozesse (Generalisierung, Tilgung und Verzerrung ) wird das gesprochene Wort vorab verarbeitet und in vereinfachter Form zum Ausdruck gebracht. Dies wird als Oberflächenstruktur bezeichnet. Hierbei fehlen grundlegende Informationen wie beispielsweise das Warum, Wann, Wie lange und Wozu.

In der Tiefenstruktur sind alle Informationen einer Aussage vorhanden. Sagt jemand zum Beispiel: „Mir ging es richtig gut!“ hat der Redner die Informationen, warum es ihm richtig gut ging und wann es ihm gut ging. Zusätzlich weiß der sprechende wie lange, mit wem und warum es ihm vorher nicht richtig gut ging. Außerdem weiß er, wie es sich genau anfühlte als es ihm richtig gut ging. Um als Zuhörer diese Informationen zu erfahren, damit keine Missverständnisse auftauchen, kann er das Metamodell nutzen, um eben diese Antworten zu bekommen. 

Die Oberflächenstruktur ist das gesprochene Wort. Dem Redner sind die Metainformationen der Tiefenstruktur klar, sodass oft nicht dran gedacht wird, dass die Person gegenüber eine andere Wahrnehmung hat, beziehungsweise Grundlegende Informationen nicht hat. So könnte er denken, dass es dem Redner bei der Aussage „Mir ging es richtig gut“ heute nicht mehr gut geht, obwohl der Redner dies so nicht empfindet. 

Die Umwandlung einer Aussage von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur wird Transformationsgrammatik genannt und wurde von Avram Noam Chomsky entwickelt.

Dieses Wissen ist nützlich, um sich deutlich zu machen, dass eine Kernaussage vielschichtig sein kann und grade im Berufsleben, aber auch im Alltag, nochmal hinterfragt werden sollte, um Unklarheiten zu vermeiden und nicht Gefahr zu laufen aneinander vorbeizureden.

Im nächsten Blogeintrag geht das Team von Rehbein personal coaching tiefer auf das Metamodell ein und erklärt den ersten Gestaltungsprozess, die Generalisierung.