Mimik - der Spiegel der Emotionen

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Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass wir hauptsächlich mit unserem Körper miteinander kommunizieren. Tatsächlich ist es so, dass lediglich 7% unserer Kommunikation über das Wort stattfindet. Unsere Stimmlage, die Betonung und die Geschwindigkeit übermitteln 38% an Informationen und unsere Körpersprache sogar 55%. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Gestik und Mimik unseres Gegenübers bestmöglich zu verstehen. Jeder Mensch kann grundsätzlich Mimik deuten, doch viele beachten diese Fähigkeit eher weniger und verlassen sich auf das gesagte Wort. Einfache Schulungen helfen erfolgreicher zu kommunizieren und den Gegenüber besser zu verstehen.

Paul Ekman, ein führender Forscher im Bereich der Emotionsforschung, hat festgestellt, dass gewisse Mimiken universell sind. Auf jedem Teil der Erde wird beispielsweise ein echtes Lächeln oder der Ausdruck von Trauer eben als Glück oder Trauer interpretiert. Selbst ein Einwohnerstamm in einem Dritte-Welt-Land, der über Generationen keinen Kontakt zur Außenwelt hatte, interpretiert diese Expressionen richtig. Ekman hat im Laufe der Jahre sieben Mimiken herausgefiltert, die kulturübergreifend gleich sind. Freude, Trauer, Wut, Ekel, Angst, Überraschung und Verachtung. Außer bei Verachtung und Ekel sieht eine voll ausgeprägte emotionale Mimik immer symmetrisch aus und kann damit Aufschluss darüber geben, ob eine Person die Emotion wirklich empfindet oder lediglich vortäuscht. 

Jede einzelne Mimik kann schwach, teilweise oder stark gezeigt werden und aktiviert jeweils spezifische Muskelpartien im Gesicht. Bei einem echten Lächeln ziehen sich zum Beispiel die Mundwinkel nach oben und an den Außenseiten der Augen entstehen Krähenfüße. Bei Überraschung werden die Augen aufgerissen und der Mund geht leicht auf. Bei Verachtung zieht sich nur ein Mundwinkel zu einer Art Lächeln an. Wenn uns eine Emotion mitreißt, ist es nur sehr schwer sie wirklich zu verbergen und hier empfiehlt sich ein genaues Hinschauen. Denn wer versucht seine Emotionen zu verstecken, spiegelt für einen Bruchteil einer Sekunde die entsprechende Mimik wider, eine sogenannte Mikro-Expression. Eine evidenzbasierte Studie hat gezeigt, dass Menschen, die gebeten werden bei einem kurz erscheinenden Bild (weniger als eine Sekunde) die Emotion zu bestimmen, eine Trefferquote von unter 50% haben. Nach einer kurzen Schulung weisten die Probanden bei demselben Test eine Trefferquote von über 80% auf.

Mimik besser zu deuten hilft uns dabei die eigene Empathie zu schulen und eine effektivere Kommunikation mit seinem Gegenüber zu führen. Zusätzlich ist es fundamental für die Lügenerkennung, denn wenn das Gesagte nicht mit der Mimik übereinstimmt (zum Beispiel sagt eine Person „Ich liebe dich!“ und zeigt dabei den Ausdruck von Ekel), kann es ein Zeichen von Unwahrheit sein. Dennoch sollte, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden, nochmal genau nachgehakt werden. Es muss nicht zwangsweise bedeuten, dass es eine Lüge war, sondern deutet lediglich darauf hin, dass Ekel empfunden wurde. Vielleicht lag im selben Moment ein unangenehmer Geruch in der Luft oder die Person dachte an jemanden, den sie nicht leiden kann, und dieser, die selben Worte neulich zu wem anders gesagt hat.

Möchten Sie mehr über das faszinierende Thema Mimik und Emotionen erfahren, um den Menschen besser verstehen zu können? Dann kann Ihnen das Team von Rehbein personal coaching gerne entgegenkommen und einen gemeinsamen Schulungstermin vereinbaren.