Augenbewegungsmuster

Augenbewegungsmuster

Das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) ist eine Technik, um Vorgänge im Gehirn mit Hilfe der Sprache auf systematische Art und Weise abzuändern. Dies kann hilfreich sein, um Menschen zu einem gesünderen Lebensweg zu bewegen und gewonnene Verhaltensänderungen aufrechtzuerhalten. Doch bevor man einer Person zu neuen Wegen verhelfen kann, ist es von besonderer Bedeutung, zu verstehen, welche Denkmuster ein Mensch bevorzugt. Einen Einblick liefern unter anderem die sogenannten Augenbewegungsmuster.

Der Mensch ist mit fünf Sinnen ausgestattet, wobei jeder Mensch bei der Informationsaufnahme einen Sinneskanal bevorzugt. Man spricht in diesem Fall auch von unterschiedlichen Wahrnehmungstypen. Am häufigsten werden hier die visuellen (sehen), auditiven (hören) und kinästhetischen (fühlen) Sinneseindrücke bevorzugt. Zusätzlich gibt es den olfaktorischen Sinneskanal für das Riechen und den gustatorischen für das Schmecken.

Augenbewegungsmuster sind universell und zeigen, in welchem neurologischen Verarbeitungsmuster ein Mensch denkt, jedoch nicht was er denkt. Sie zeigen, ob eine Person sich gerade visuell, auditiv oder kinästhetisch an eine erlebte Situation erinnert oder den Gedanken konstruiert. Zusätzlich ist erkennbar, ob der Betroffene gerade einen inneren Dialog führt oder ein Gefühl nachempfindet. Abweichungen treten, außer bei Links- und Rechtshändern, eher selten und meist nur geringfügig auf.

Das Prinzip ist simpel. Während eine Person nach oben rechts sieht, um sich an etwas zu erinnern, guckt sie nach oben links, um etwas visuell zu konstruieren. Es deutet darauf hin, dass sie das Bild vor Augen noch nie gesehen hat, es sich aber bildlich vorstellen kann. Sollte die Person ihren Blick defokussiert gerade ausrichten, ist es nicht ersichtlich, ob sie sich an etwas erinnert oder ein Szenario konstruiert.

Bei den Augenbewegungsmustern für eine auditive Verarbeitung ist es ähnlich. Hier blickt der Mensch bei Geräuschen an die er sich erinnert nach rechts und bei Vorgestelltem nach links.

Fällt der Blick ansonsten nach unten rechts, geht man davon aus, dass in dem Moment ein innerer Dialog stattfindet.

Als letzte Möglichkeit kann es sein, dass sich der Blick nach unten links richtet, jetzt ist es ein Zeichen dafür, dass die Person sich an ein Gefühl oder eine Berührung erinnert- das kann ein Kuss, ein Handschlag, das Gefühl von Glück oder die innere Überprüfung und Bestätigung des eigenen Gefühlszustandes bedeuten.

Da wie erwähnt Abweichungen dieser Muster individuell sein können, empfiehlt es sich, Kontrollfragen zu stellen, zum Beispiel „Welche Farbe hatte dein erstes Auto?“, „Was war das erste Wort deines Kindes?“ oder „Wie kalt war das Wasser gestern im Schwimmbad?“

Ein großer Irrtum bei dem Thema Augenbewegungsmuster ist die Meinung, dass anhand dieser Kenntnis festzustellen ist, ob eine Person in dem Moment die Wahrheit sagt oder lügt. Dies ist nicht erkennbar, denn wenn jemand bei der Frage, wo er denn gestern Abend gewesen ist, nach oben links schaut, kann es ebenso bedeuten, dass er sich überlegt, was passieren könnte, wenn die fragende Person die Antwort erfährt.

Wird dieses Wissen sinnvoll genutzt, hilft es die Kommunikation zu verbessern und zu erkennen, wie die Person gegenüber ihre Gedanken verarbeitet. Zusätzlich ist es eine Basis für darauf folgende Themen im Bereich des neuro-liguistischen Programmierens.