Zwischenziele setzen

Manchmal liegen Ziele, welche wir uns vorgenommen haben, in weiter Ferne. Ein solches Ziel erscheint oftmals wie ein monumentaler Berg, dessen Gipfel es zu erklimmen gilt. Wenn wir am Fußes des Berges stehen und den Blick auf den gesamten noch vor uns liegenden Weg richten, kann es sein, dass dieser unüberwindbar erscheint. 

Schnell entsteht das Gefühl von Ohnmacht. Ohne das Gefühl für die eigene Macht ist es schwer, sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu sein und im Einklang mit sich selbst, sich voller Spaß und Freude auf den Weg zu machen.

Denn in diesem Moment sehen wir nicht, dass es sich bei einer Bergbesteigung um einen Weg handelt, bei dem ein Schritt dem anderen folgt. Mit jedem Schritt werden wir reicher an Erfahrung.

In diesem Moment wird auch der Weg zum Ziel.

Das Ziel sollte den Charakter einer Herausforderung haben und nicht einer unüberwindbaren Hürde gleichen. Wird ein Ziel nach diesen Kriterien ausgewählt, dann sind wir nicht unterfordert, sodass wir schnell das Interesse verlieren, aber auch nicht überfordert. Es herrscht ein optimales Gleichgewicht zwischen den persönlichen Fähigkeiten und den an uns gestellten Herausforderungen. Das Leben kommt in Fluss und alles scheint mühelos und mit Leichtigkeit zu geschehen.

Wenn wir uns etwas vornehmen, dann brauchen wir den Blick für das Große und das Ganze. Wir betrachten den Berg und bekommen in diesem Moment ein Gefühl dafür, wie schön es sein wird, auf dem Gipfel zu stehen, die Anstrengungen überwunden zu haben und nun den herrlichen Ausblick genießen zu können. In diesem Moment entsteht die persönliche Vision. 

Aber die Vision ist nicht der Weg.

Richten wir den Blick nicht ebenfalls auf die vielen kleinen Zwischenschritte, sondern immer nur auf das Endergebnis, so sehen wir nur das Ziel und uns selbst, beides voneinander getrennt durch ein dazwischen liegendes unüberwindbares Hindernis.

Im Anblick der Zwischenschritte wird aber deutlich, dass ein einzelner Schritt wahrlich mühelos ist und wir uns nur die nötige Zeit geben müssen, um unseren Weg zu gehen.

Dabei führte uns Konfuzius vor Augen, dass „auch der weiteste Weg mit einem ersten Schritt beginnt“.

Als Caesar sich mit seinen Truppen im römischen Bürgerkrieg im Jahr 49 v. Chr. befand, musste er für den Angriff den Fluss Rubikon durchqueren. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es keinen Rückzug ohne Verluste geben konnte. Die Entscheidung war gefallen, es konnte nur noch in eine Richtung gehen.

Dieser Vorgang wurde zum Symbolbild in der Motivationspsychologie. 

Solange ein Mensch sich noch nicht entschieden hat, wird er untätig bleiben. Erst wenn der Rubikon überschritten wird, kommt der Mensch ins Handeln. Er beginnt seine Entscheidung konsequent umzusetzen.