Stoffwechselstörungen durch chronischen Schlafmangel

In einer aktuellen Metastudienanalyse, veröffentlich im Medizinjournal „The Lancet Diabetes Endocrinology“, kommen Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz zu dem Ergebnis, dass ein chronischer Schlafmangel Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck fördert.

Im Rahmen kleiner experimenteller Studien stellte sich heraus, dass mangelnder Schlaf den Stoffwechsel beeinflusst. So zeigten zum Beispiel Probanden nach wenigen Nächten mit jeweils nur vier Stunden Schlaf einen verschlechterten Abbau erhöhter Blutzuckermengen an. Die Insulinantwort und die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren war deutlich gestört.

Nach einer Zufuhr von Lebensmitteln, vor allem kohlenhydrathaltiger Nahrung, gehen im Rahmen des Verdauungsprozesses die enthaltenen Zuckermoleküle in das Blut über und sorgen hier für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten reagiert der Körper darauf mit einer Ausschüttung des Hormons Insulin, welches die Zuckermoleküle aus der Blutbahn in die Körperzellen transportiert. Ist die Insulinantwort gestört kommt es nur zu einem deutlich verringerten Abbau des Blutzuckers. Ist die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren gestört bedarf es einer deutlich größeren Menge an Insulin, um den gleichen Effekt zu bewirken.

Eine Analyse des Essverhaltens der Probanden ergab, dass ein Schlafmangel zusätzlich zu einer Steigerung der Kalorienaufnahme führt. Die Auswahl der Lebensmittel tendierte dabei hin zu einem süßen Geschmack. Im Versuch zeigte sich eine erhöhte Zufuhr von süßen Snacks und Süßigkeiten.

Übereinstimmend mit der zunehmenden Zahl von Übergewicht und Diabetes Typ 2, ist auch Schlafmangel in modernen Gesellschaften etwas Gewöhnliches geworden.

Eine Vielzahl epidemiologischer Studien zeigen den Zusammenhang zwischen kurzer Schlafdauer, Schlafstörungen, Störungen des natürlichen Biorythmus und negativen Merkmalen des Stoffwechsels, insbesondere Übergewicht und Diabetes Typ 2.

Darüber hinaus zeigen experimentelle Studien sehr deutlich die Mechanismen,  dass ein ungenügender Schlaf den Hormonhaushalt stören kann.

Die von Hannes Rehbein entwickelte „High-Performance-Strategie“ geht davon aus, dass Körper, Geist und Seele eine voneinander untrennbare Einheit bilden. 

Um eine optimale Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu entwickeln bedarf es daher eines angemessenen Gleichgewichts von Belastung und Erholung. Eine angemessener Belastungsreiz, zum Beispiel ein körperliches Training, führt immer zunächst zu einer Ermüdung. Erst die sich an das Training anschließende Regenerationsphase führt dazu, dass der Körper sich von einer Belastung erholen kann und daraufhin eine Leistungsreserve aufbauen kann. Hier spricht man vom Prinzip der Superkompensation. 

Wer sich immer nur belastet, ob körperlich oder geistig, sportlich oder beruflich, wird langfristig einen Leistungsabbau erfahren. Bei einem guten Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung wird sich die Leistungsfähigkeit langfristig verbessern. Dieser Prozess kann durch einen erholsamer Schlaf sehr gut unterstützt werden.