Schadet Stress unserer Gesundheit?

In manchen Fällen kann Stress die Leistungsfähigkeit steigern und uns im Privat- und Berufsleben anspornen. Doch neben dieser positiven Seite, befinden sich immer mehr Menschen dauerhaft oder neben ihrer persönlichen Belastungsgrenze. Eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: Fast sechs von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder fünfte Deutsche steht sogar unter Dauerdruck. So bestimmt Stress unseren Alltag immer stärker. Nicht nur im Job, in vielen Lebensbereichen geraten wir leicht unter Strom. Auch der Begriff „Burnout“ ist ein oft genanntes Thema in den Medien und im persönlichen Umfeld. So sieht die Weltgesundheitsorganisation Stress als eines der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts.

Die Studie „Bleib locker Deutschland“ der TK zeigt: Wer arbeitet, ist gestresst. Der Haupt-Stressfaktor ist dabei der Job. Von den Berufstätigen gaben 67 Prozent von ihnen an, dass ihr Stresslevel innerhalb der letzten drei Jahre gestiegen ist. Ein weiterer zusätzlicher Stressfaktor sind laut Studie die hohen Ansprüche an sich selbst. Außerdem werden private Konflikte und die Krankheit von nahestehenden Personen als weitere Stressfaktoren empfunden.

Je weniger gestresst die Personen waren, desto zufriedener waren diese mit ihrer Lebenssituation. Doch diese Zufriedenheit hat auch eine Schattenseite: Die Befragten, die ihren Gesundheitszustand als schlecht oder weniger gut einstuften, sind mit 35 Prozent gestresster als die Personen mit gut empfundenem Gesundheitszustand.

Stress wird subjektiv empfunden. Was eine Person als stressig empfindet, muss jemanden Anderen nicht aus der Ruhe bringen. Ob etwas als Stressfaktor eingestuft wird, hängt von den Erfahrungen ab, die der Mensch gesammelt hat, sagen Hirnforscher. Im Gehirn wird eine Reaktionskette ausgelöst, sodass das  Nervensystem dem Nebennierenmark signalisiert, Adrenalin auszuschütten. Dabei steigen Blutdruck, Puls, Hautwiderstand und Muskelaktivität. Wissenschaftler bezeichnen diesen Prozess als "fight oder flight" - Kampf oder Flucht. Wer gestresst ist, hat einen erhöhten körperlichen Energiebedarf. Dieser hohe Energielevel kann häufig nicht wieder abgebaut werden und zieht gesundheitliche Folgen mit sich. Wichtig hierbei ist die Dauer und Intensität, mit der Stress erlebt wird. Ein gewisses Maß Stressempfinden kann sich sogar positiv auf unsere Gedächtnisleistung auswirken. Bei Dauerstress sind sich die Forsche jedoch einig, dass sich Dauerstress schädlich auf den Organismus auswirkt. Welche Auswirkungen unsere Psyche auf die körperliche Gesundheit hat, damit beschäftigt sich unter anderem die Psychoneuroimmunologie.

Was kann gegen Stress helfen?

Auf jeden Fall Entspannung. Körper, Geist und Seele benötigen im Alltag regelmäßige Entspannungspausen, um wieder in die richtige Balance zu kommen. So hilft vielen Personen etwa ein Spaziergang im Grünen oder Gartenarbeit an der frischen Luft. Auch persönliche Hobbys und das Zeit verbringen mit Freunden und Familie wird von den Studienteilnehmern als Entspannung empfunden. Auch Sport ist eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen. Spezielle Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training zielen etwa darauf ab, wieder innere Ruhe und Gelassenheit zu finden.

Quelle:

TK-Stressstudie: Bleib locker Deutschland, 2013