Können sie Ihren gegenüber lesen und deuten?

Körpersprache zu deuten, ist für den Laien, gerade am Anfang, sehr schwer. Dennoch ist es erlernbar. Mit einer hohen emotionalen Intelligenz wird Ihnen dieses Lernen sogar sehr leicht fallen. Denn um ein Unwohlseinoder sogar Lügen bei Anderen zu erkennen, gehört neben der feinen Beobachtung auch eine gesunde Empathie dazu. Jedes Lebewesen ist evolutionär dazu geneigt, seinen Gegenüber zu täuschen. Ein Chamäleon bewegt sich auf einem Ast im selben Rhythmus wie die Blätter um ihn herum, Seerochen passen sich ihrem Untergrund an und verschmelzen im übertragenen Sinne mit ihm. Menschen versuchen anderen etwas vorzutäuschen indem sie nicht die Wahrheit erzählen. Der Unterschied zwischen den Menschen und der Tierwelt ist, dass wir unheimlich schlecht im Lügen oder Täuschen sind. Das Problem zeigt sich dennoch eher darin, dass wir zusätzlich wesentlich schlechter im Erkennen von Täuschungen und Lügen sind.

In diesem Eintrag geht es nicht darum, Lügen aufzudecken, da dieses Thema sehr komplex ist. Es gehört viel Wissen und noch viel mehr Übung dazu. Selbst dann ist die Erfolgsquote meistens gleichzusetzen mit einem Münzwurf. Heute geht es viel mehr um das Erkennen von Veränderungen bei meinem Gegenüber. 

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Gespräch und reden mit Ihrem Arbeitskollegen unverfänglich über den gestrigen Arbeitstag. Sowohl Sie als auch Ihr Gegenüber stehen völlig entspannt voreinander. Plötzlich schneiden Sie einen Aspekt an, wie zum Beispiel, dass die Putzfrau gestern anscheinend einen Blumentopf umgeschmissen haben muss, da in Ihrem Büro überall Erde herumliegt. Ihr Gegenüber verschränkt plötzlich die Arme und sein offenes Lächeln wirkt plötzlich etwas verkrampft. Vielleicht überkreuzt die Person sogar noch die Beine oder macht einen kleinen Satz nach hinten. 

In diesem Fall ist es offensichtlich, dass Ihr Gegenüber entweder etwas über Ihr Bürozimmer, über die Erde oder über die Putzfrau weiß, was ihn plötzlich in diese Abwehrhaltung bringt. Dies geschieht völlig unbewusst. Leider lässt sich bis hier noch nicht feststellen, warum er sich so verhält. Doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihre Aussage direkt damit zu tun hat. Es kann aber auch nur sein, dass ihn die erwähnte Erde an die eigene Zimmerpflanze erinnert und ihm bewusst wird, dass er diese schon seit über einen Monat nicht mehr gegossen hat.

Ein etwas subtilerer Fall wäre, wenn Ihr Gegenüber sich bei derselben Aussage plötzlich vermehrt im Gesicht oder an den Händen anfasst. Das kann ein Kratzen an Nase oder Augenbrauen sein, oder das Streichen über Kinn und Wange. Es kann aber auch ein plötzliches, unbewusstes Spielen an der Uhr sein. Im Prinzip ist alles, was eine plötzliche Veränderung hervorruft, würdig, weiter beobachtet zu werden. Dieses ist der springende Punkt: Wenn eine Person von Anfang an mit verschränkten Armen mit Ihnen redet, dann ist das seine normale Körperhaltung. Hält er die Hände aber für gewöhnlich in den Hosentaschen und verschränkt die Arme nach einer bestimmten Aussage, dann nimmt er eine Abwehrhaltung ein und es kann sinnvoll sein, die Körpersprache genauer zu beobachten. Um festzustellen, ob es wirklich an der Aussage liegt, können Sie beispielsweise das Thema wechseln. Senkt Ihr Gesprächspartner die Hände wieder, gehen Sie nach ein paar Minuten wieder auf das Thema ein. Überkreuzt er die Arme plötzlich erneut, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass ihn diese Aussage auf irgendeine Art und Weise emotional berührt.

Dieses Wissen können Sie nutzen, um Menschen besser zu verstehen. Doch sollten Sie Ihren Gegenüber nicht direkt damit konfrontieren, denn niemand empfindet es als angenehm, wenn er von einer anderen Person analysiert wird.


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