Schlagfertigkeit für Souveränität und Selbstsicherheit

Schlagfertigkeit

Winston Churchill hat einmal auf die Aussage „wenn ich Ihre Frau wäre, würde ich Ihnen Gift in den Kaffee mischen“ mit „und wenn ich Ihr Mann wäre, dann würde ich ihn trinken“ geantwortet. Allgemein war der britische Premierminister berühmt für seine Schlagfertigkeit. Praktischer Weise lässt sich Schlagfertigkeit erlernen, doch kommt es nicht nur auf die Aussage an, sondern auch auf die Art und Weise, wie man es präsentiert.

Wer schnell, eloquent und einfallsreich antwortet, verschafft sich einige Vorteile. Zum einen wird Selbstsicherheit ausgestrahlt, zum anderen überlegt sich der Gegenüber in Zukunft mehrmals, ob sie sich zu einer Boshaftigkeit hinreißen lässt. Menschen, mit guter Schlagfertigkeit besitzen werden oft als sympathisch beschrieben, denn sie sind für gewöhnlich diszipliniert und nutzen, wie erfolgreiche Kampfsportler, ihre Fähigkeiten nicht grundlos aus, um anderen zu schaden. Jedoch wissen sie sich zu wehren und lassen sich nicht unterkriegen, wenn es darauf ankommt. Doch sollte immer drauf geachtet werden in welcher Situation, welche Art von Konter, angebracht ist. Bei einem Businessmeeting sollte anders reagiert werden, als unter Freunden, auf der Straße oder während eines öffentlichen Events.

Schlagfertigkeit setzt immer eine gute Wortgewandtheit voraus, daher empfiehlt es sich viel zu lesen, um spannende Wortkombinationen für einen kreativen Wortschatz zu sammeln. Dazu ist es wichtig zu wissen welche Möglichkeiten für Sie offen stehen. Im folgenden werden fünf Taktiken beschrieben die interessante Lösungswege aufzeigen.

Die Rückfrage-Taktik: 

Hier kommt es lediglich darauf an, mit einer starken Gegenfrage zu antworten. Sie sollten möglichst keinen Humor zeigen, damit die Person Gegenüber das Gefühl bekommt, zu weit gegangen zu sein. Daher empfiehlt es sich standfest zu stehen und den Kollegen mit einem stechenden Blick anzuschauen. Des Weiteren gehen Sie gar nicht erst auf die Frage ein.

Beispiel:

Kollege: „Na, Sie hatten wohl ein wildes Wochenende.“

Sie: „Haben Sie ein Problem damit?“

Die Umkehr-Taktik:

Hiermit drehen Sie den Spieß um und stellen Ihren Gegenüber auf ungefähr gleichem Level bloß wie oben bei dem Churchill-Beispiel. Bei der Körpersprache ist es hier situationsbedingt. Eine Möglichkeit ist es, das Verhalten von dem Angreifer zu spiegeln, eine andere ist es, das Gegenteil aufzuzeigen oder so zu bleiben wie es vor der Attacke war. Seien Sie vorsichtig, denn mit der Umkehr-Taktik können Sie sich schnell Feinde machen und ein heftiges Wortgefecht auslösen.

Beispiel: 

Kollege: „Na, mit wem schreibst du da, ist das etwa eine Frau?“

Sie: „Ja, deine.“

Die Zustimmungs-Taktik:

Statt sich zu verteidigen, geben Sie Ihrem Gegenüber recht. Damit nehmen Sie den Wind aus den Segeln. Eventuell können Sie Ihrer Stimme einen Hauch von Ironie verleihen. Das ist jedoch nicht zwingend notwendig. Ob es wirklich stimmt ist in diesem Fall unwichtig, nur fällt es dem Gegner so wesentlich schwerer, daraufhin weiter zu machen.

Beispiel: 

Kollege: „Du bist echt nicht zu gebrauchen wenn die neue Assistentin in der Nähe ist.“

Sie: „Ja das stimmt wohl“

Die Ausweich-Taktik:

Hierbei gehen Sie nicht weiter auf die Aussage ein, sondern zeigen auf, wie unangebracht es gerade ist, eine abfällige Bemerkung zu geben. Hier ist es wichtig stark und souverän zu klingen. Setzen Sie all Ihr Selbstbewusstsein in diesen Konter und Ihr Gegenüber wird mit seiner Aussage isoliert.

Beispiel:

Kollege: „Mensch, dein Ideenansatz ist genauso schwachsinnig, wie Kaffee vor dem schlafen gehen!“

Sie: „Wir versuchen hier produktiv zu sein, bitte verzichte auf solche unsachlichen Bemerkungen, denn wir alle wollen schnellstmöglich zu einem Ergebnis kommen.“

Die Schweigen-Taktik:

Wenn jemand bei einer Gruppensitzung plötzlich einen dummen Spruch zu Ihnen sagt, wird es meistens im ganzen Raum still und jeder erwartet eine Reaktion. Schweigen Sie, gucken Sie Ihren gegenüber direkt und ernst in die Augen. Lassen Sie ein paar Sekunden der Stille vergehen, drehen Sie sich wieder zu den anderen Mitmenschen und reden Sie weiter als wär nichts gewesen. So wird der Angreifer schnell zum schwarzen Schaf und hat bei den Mitarbeitern Minuspunkte eingefahren.

Mit einfachen kleinen Mitteln lassen sich so, gute schlagfertige Antworten formen. Doch sollten Sie stets darauf achten die Aussagen der Situation anzupassen, um nicht selber in ein Fettnäpfchen zu treten. Nur weil Ihre Mitmenschen fies sind, müssen Sie noch lange nicht auf die selbe Stufe hinunterklettern. Nutzen Sie Ihre rhetorischen Fähigkeiten um schwächeren zu helfen und sich zu verteidigen, um so Sympathie gegenüber Ihrern Mitmenschen zu sammeln.