Besinnliche Weihnachten

Am 24. Dezember 2014 ist Weihnachten. Vier Wochen zuvor beginnen viele Menschen, sich im Rahmen der Adventszeit langsam auf das große Fest vorzubereiten. Das Wort Advent stammt ursprünglich von dem lateinischen Begriff Adventus domini ab und bezeichnet die Ankunft des Herrn. Die Geburt Jesu Christi meint also vielleicht auch die Menschwerdung Gottes. 

Gleichzeitig wird während der Adventstage häufig von einer besinnlichen Zeit gesprochen. Vielleicht ist es also eine Zeit, in welcher der Mensch über die Weihnachtstage langsam zur Ruhe kommt und Gelegenheit findet, sich zu besinnen. Es ist die Gelegenheit, sich selbst zu fragen, was im eigenen Leben wirklich von Bedeutung ist. Denn die Hektik und Ruhelosigkeit des Alltags betäubt häufig die bewusste Wahrnehmung des eigenen Seins.

Nach Viktor Frankl kann der Mensch seinem Leben prinzipiell in jeder Situation Sinn abgewinnen oder geben, solange er bei Bewusstsein ist. Der ehemalige KZ-Häftling zieht aus dem Holocaust die Schlussfolgerung: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ Dies gilt seiner Meinung nach selbst für Extremsituationen: „Was ist der Mensch? Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was er ist.“ 

Für den Psychologen Frankl führen drei Wege zum Sinn des Lebens: in der Hingabe an Menschen und dem bewussten Erleben, im schöpferischen Tätigsein, sowie im tapferen Ertragen des Unabänderlichen.

Hierin liegt auch der Ursprung einer starken Motivation. Oftmals werde ich von Menschen gebeten, sie zu motivieren. Dahinter steht sicherlich auch die Suche nach einem Weg und damit verbundenen Werkzeugen und Methoden, die Anstrengungen des eigenen Lebens besser zu meistern. Eine solche auferlegte Motivation, in welcher ich jemanden zu Höchstleistungen anfeuere, ist allerdings oft nur von kurzer Dauer. Diese Art der Motivation verflüchtigt sich genau so schnell wieder wie sie entstanden ist und mündet in Leere.

Vielmehr geht es vielleicht darum, gemeinsam Antworten auf das Warum des Lebens zu finden und damit das tägliche Feuer und die Lebensfreude zu entfachen. Dieser Weg beginnt meist mit einem bewussten Spüren des eigenen Selbst. In Momenten, in welchen wir zum Beispiel an einem herrlich klaren Wintermorgen mit knirschenden Schritten durch den frisch gefallenen Schnee laufen und die Sonne ins Gesicht lacht, spüren wir das Leben. In Momenten wie diesen, in welchen wir dabei den heißen Atem und unseren Herzschlag spüren, wissen wir, das wir leben. 

Und das aus regelmäßiger Bewegung und wertvoller Nahrung resultierende körperliche Wohlbefinden ist damit sicherlich eine der Grundvoraussetzungen für Lebensfreude. Denn wenn wir uns unbeschwert fühlen, der eigene Körper sich leicht tragen lässt und Energie durch ihn hindurchströmt, haben wir auch die Möglichkeit uns selbst in dieser Leichtigkeit zu verlieren und den Blick nach außen zu wenden und voll und ganz im Moment aufzugehen.

Möge die diesjährige Weihnachtszeit daher eine Kraftquelle sein, welche viele Momente voller Sinn und Lebensfreude für das neue Jahr schenkt.

Herzliche Grüße

Ihr Personal Trainer und Coach Hannes Rehbein