Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements sind, die Gesundheitssituation der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern und somit die Arbeitszufriedenheit und Produktivität am Arbeitsplatz zu erhöhen. Dazu werden gesundheitsgerechte und persönlichkeitsfördernde Arbeitsbedingungen geschaffen, welche sich positiv auf die krankheitsbedingten Ausfälle und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auswirken. 

Wirtschaftlich gesehen entsteht so eine Win-Win Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Etabliert der Arbeitgeber verstärkt gesundheitsfördernde Maßnahmen in seinem Unternehmen, führt dies unweigerlich zu einem geringerem Krankenstand. Einhergehend steigt die Mitarbeitermotivation und Leistungsbereitschaft. Resultat ist eine effizientere Arbeitsweise des Personals, welches wiederum die Position des Unternehmens im Wettbewerb stärkt und mit einer Imageverbesserung des Betriebes einhergeht.

Aus der Sicht des Arbeitnehmers wird das Betriebsklima und das persönliche Wohlbefinden durch einen geförderten Gesundheitszustand verbessert. Dies führt zu einer erhöhten Arbeitszufriedenheit, Motivation und auf lange Sicht einen Erhalt der Leistungsfähigkeit. 

In Zeiten von zunehmendem Fachkräftemangel wird es für Betriebe immer wichtiger, gut ausgebildetes Personal langfristig zu binden. Sobald sich Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen identifizieren können, steigt nachweisbar die Leistungsbereitschaft, Qualität und Produktivität. Ressourcenorientiert führen gesundheitsfördernde Maßnahmen zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen eines Unternehmens. Dieses macht den Arbeitsplatz für bestehende, aber auch zukünftiges Fachpersonal attraktiver.

Eine Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ergab, das 60% der deutschen Betriebe in den kommenden zwei Jahren von verstärktem Fachkräftemangel ausgehen. Zwar besitzen fast zwei Drittel dieser Betriebe Personalpläne, andererseits plant nur jeder fünfte Betrieb länger als drei Jahre im Voraus. Dies lässt erkennen, dass trotz wachsendem Bewusstsein für die Förderung der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens durch betriebliches Gesundheitsmanagement, in diesem Bereich noch große Potentiale erschlossen werden können.

Je nach Anzahl und Verfassung der Arbeitnehmer lassen sich innerhalb kurzer Zeit die Personalabwesenheitszeiten spürbar reduzieren und die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Dabei kann sich ein ROI-Wert von bis zu 26,60 € pro eingesetztem Euro (Studie „Wie lassen sich Effekte betrieblicher Gesundheitsförderung in Euro abschätzen“; in: Badura, et al. „Fehlzeitenreport 2000“) im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ergeben. Die Rentabilität wird seit dem Jahr 2009 zusätzlich staatlich mit einem Steuerfreibetrag von 500 Euro Pro Mitarbeiter im Jahr gefördert. Es ist davon auszugehen, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement in Zeiten der zukunftsorientierten Individualisierung des Personalmanagements eine zentrale Rolle spielen wird.